Rendity Blog
Nullzinspolitik

Nullzinspolitik und Inflation – Immobilien als Ausweg?

Die Europäische Zentralbank setzt ihre Nullzinspolitik weiter fort. Das Geld bleibt günstig, die Zinsen entsprechend niedrig – wenn sich denn überhaupt noch welche beim Sparen erzielen lassen. Denn die Realzinsen sind längst auf einem Niveau angekommen, das Sparern die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Schließlich reichen die niedrigen Sparzinsen nicht einmal mehr dafür aus, die Inflation auszugleichen. Die Folge: Wer Geld sparen möchte, verliert eher Geld, statt sich mit seinem Sparbuch ein finanzielles Polster zu schaffen. Da steht die Frage im Raum, wie sich bei der anhaltenden Nullzinspolitik ein wirtschaftlicher Schaden verhindern und das eigene Geld irgendwie noch gewinnbringend anlegen lässt.

Null Zinsen, null Inflation – null Aussicht auf Besserung?

Bereits seit März 2016, als der Leitzins in der Eurozone auf 0 Prozent gesenkt wurde, herrscht in der EU der Ausnahmezustand: Infolge der Nullzinspolitik der EZB wurden die Leitzinsen auf 0 Prozent gesenkt. Seitdem bringen Bankeinlagen so gut wie keine Zinsen mehr und viele Sparer wissen angesichts der anhaltenden Nullzinspolitik nicht mehr, wohin mit ihrem Geld. Die Aufgabe der Europäischen Zentralbank liegt jedoch nicht darin, den Bedürfnissen der Sparer nachzukommen, sondern vielmehr in einer sinnvollen und nachhaltigen Geldpolitik, mit deren unter anderem Kreditvergabe und Geldversorgung der Banken geregelt werden sollen. Ziel der Bemühungen: Ein stabiles Preisniveau.

Folglich spielt auch die Inflation bei der Betrachtung der Nullzinspolitik eine wesentliche Rolle. Übersteigt die sich im Umlauf befindliche Geldmenge das Warenangebot, wirkt sich dies positiv auf die Preissteigerung aus, die sich über den Verbraucherpreisindex nachweisen lässt. Steigen die Preise, hat dies auch Auswirkungen auf Beschäftigungsstand, Einkommens- und Vermögensverteilung sowie auf das Wirtschaftswachstum im Allgemeinen. Einer Inflation, die etwa zwischen zwei und fünf Prozent liegt, wird im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung eine positive Wirkung zugeschrieben, da die Wirtschaftsleistung wächst und mehr Arbeitsplätze entstehen können.

Eine hohe Inflation senkt das Interesse von Investoren in die jeweilige Währung, die Notenbanken steuern mit höheren Zinsen gegen die starke Geldschöpfung.
Eine Deflation senkt das allgemeine Preisniveau und ist schlecht für das Wirtschaftswachstum, Zentralbanken senken daraufhin die Zinssätze.

 

Hier liegt auch eines der Hauptziele der Europäischen Zentralbank; die Inflation nachhaltig knapp unter 2% zu halten. Denn steigen die Verbraucherpreise zu schnell, fallen die Reallöhne spürbar, was wiederum die Wirtschaft schwächt. Eine Möglichkeit, dies zu korrigieren, bestünde darin, den Leitzins anzuheben. Infolgedessen böte sich dann wieder ein stärkerer Anreiz, das Geld zu sparen statt es in den Konsum fließen zu lassen. Es befände sich dann wieder weniger Geld im Umlauf, die Inflation würde sinken und das Sparbuch wäre wieder mehr wert.

Der gewünschte Effekt der Nullzinspolitik bleibt aus.

Gegenwärtig sieht es jedoch so aus, dass sich die Inflation auf einem zu niedrigen Niveau bewegt. Mit ihrer Nullzinspolitik möchte die EZB bewirken, dass zunächst Kreditvergaben, Investitionen und letztlich auch der Konsum wieder ansteigen. Das hätte zur Folge, dass auch die Preise wieder anstiegen. Angesichts der derzeitigen Zinsen lohnt es sich für die Sparer nicht, Geld zurückzulegen oder auf herkömmliche Weise zu investieren. Statt einer Geldanlage erscheint es als die bessere Alternative, das Geld einfach auszugeben.

Die oben beschriebenen Mechanismen funktionieren leider nicht immer so, wie sie sollen. Die EZB kann also nicht voraussehen, ob ihre Nullzinspolitik den gewünschten Effekt mit sich bringt. Wirkungen verzögern sich und mangelnde Kenntnisse über die verschiedenen Kanäle geldpolitischer Maßnahmen erschweren es der EZB, mittels Nullzinspolitik eine gezielte Steuerung vorzunehmen. Vielmehr kann sie nur Voraussetzungen für eine avisierte Entwicklung schaffen, dabei jedoch weder Unternehmen und Banken noch Privatpersonen dazu auffordern, mehr Kredite aufzunehmen. Bei den Banken wird dies derzeit besonders deutlich, denn diese müssen Strafzinsen zahlen, wenn sie ihr Geld nicht wieder in Umlauf bringen. Im Endeffekt heißt das also: Tritt keine allgemeine Preissteigerung ein, setzt sich auch die Nullzinspolitik in Form immer weiter sinkender Zinsen fort.

Die Auswirkungen für Sparer.

Das Problem betrifft nicht nur Banken bzw. Notenbanken, sondern setzt sich bei Privatpersonen fort, die einfach nur Sparen möchten. Denn nicht nur Kredit-, sondern auch Guthabenzinsen sinken bei der Nullzinspolitik. Verdeutlichen lässt sich dieser Umstand im Vergleich von Nominal- und Realzins. Als Nominalzins bezeichnet man jenen Prozentsatz, mit dem ein Guthaben im Rahmen einer Geldanlage Jahr für Jahr verzinst wird. Der gewünschte Effekt liegt darin, dass sich beim Sparen das Guthaben verzinst und so vermehrt. Daraus lässt sich jedoch noch kein Gewinn ableiten, da vom Nominalzins erst noch die Inflation abgezogen werden muss. Das Ergebnis ist der Realzins, mit dem sich zum Ausdruck bringen lässt, was das angelegte Kapital am Ende der Laufzeit tatsächlich wert ist.

Werden beispielsweise 2.000 Euro über einen Zeitraum von 10 Jahren angelegt, entsteht bei einem Zinssatz von 3 Prozent ein Zinsgewinn von 687 Euro. Bei dieser Rechnung wird die Inflation nicht berücksichtigt. Wird diese jedoch mit einkalkuliert und angenommen, dass deren Rate durchschnittlich bei 2 Prozent liegt, reduziert sich der reale Zinssatz um eben diesen Wert und übrig bleibt eine Verzinsung von nur 1 Prozent. Vom Zinsgewinn blieben in dem Fall also nur noch 209 Euro – und das bei einer Anlagedauer von nach wie vor 10 Jahren. Eine Aussicht, die keinen Sparer begeistern dürfte. Die angestrebte Geldanlage sollte also zumindest die Inflationsrate ausgleichen, da es sonst beim Sparen keine Rendite mehr gibt.

Eine Deflation ist viel Gefährlicher für die Wirtschaft als eine Inflation.

Die Nullzinspolitik hat nun dazu geführt, dass die Inflationsrate auf einem sehr niedrigen Niveau liegt. Auf den ersten Blick erscheint dies für das Sparen also vorteilhaft, denn die Auswirkungen auf den nominalen Zinssatz sind entsprechend gering. Manch einem mag sich angesichts dessen sogar der Gedanke aufdrängen, ob nicht eine Deflation, also eine Zunahme des Geldwertes, eine bessere Entwicklung beim Sparen nach sich zöge. Dies kann man jedoch getrost verneinen, denn eine Deflation ist viel Gefährlicher für die Wirtschaft als eine Inflation.

Deflation und die Gründe dagegen.

Bei einer Deflation gehen die Konsumenten davon aus, dass die Preise immer weiter absinken. Folglich warten sie damit, ihr Geld auszugeben und sparen in der Annahme, dass die Preise künftig noch weiter sinken. Die Folge wäre fatal: Der Konsum ginge zurück und die Unternehmen könnten ihre Produkte und Dienstleistungen nicht mehr absetzen. Die Produktion würde stagnieren, Arbeitslosigkeit wäre mittel- bis langfristig die Folge. Zu Recht wird eine Deflation auch als eine Art Thrombose im Wirtschaftskreislauf bezeichnet, denn das Kapital zirkuliert immer langsamer. Die gesamte Volkswirtschaft hätte mit einem sinkenden Bruttosozialprodukt zu kämpfen. Die Volkswirtschaft fände sich in einer Abwärtsspirale wieder, aus der sie nur schwer wieder entkommen könnte.

Immobilien Investment als Ausweg?

Eines ist sicher: Auf dem Sparbuch leistet das gesparte Geld derzeit nur wenig. Alternativen zum Kündigen des Sparbuchs sowie zum herkömmlichen Sparen sind deswegen gefragt. Aus diesem Grund genießen Immobilien als Geldanlage nach wie vor hohe Aufmerksamkeit. Das spiegelt sich nicht zuletzt in den seit Jahren kontinuierlich steigenden Preisen wieder. Das Immobilien-Investment ist sicher nicht die Antwort auf alle Fragen zum Thema Sparen, aber immerhin es ist eine Antwort zum Thema Geldanlage, mit der sich angesichts der Nullzinspolitik viele erst einmal zufriedengeben. Die Sache hat jedoch einen Haken: Nicht jeder kann sich eine eigene, noch halbwegs rentable Immobilie auch leisten.

Der Markt hat auf genau dieses Problem reagiert, denn mittlerweile ist Immobilien Investment auch mittels Crowdinvesting möglich und so eine leichter zugängliche Geldanlage geworden. Crowdinvesting bündelt die finanzielle Kraft vieler einzelner Anleger, um ein gemeinsames Projekt umzusetzen. Die Mindestinvestitionen sind deshalb niedrig angesiedelt, damit auch Investoren mit weniger dickem Kapitalpolster noch eine akzeptable Risikostreuung umsetzen können. Und diese ist durchaus sinnvoll, denn beim Immobilien Investment besteht immer auch das Risiko eines Totalverlustes.

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Das höhere Risiko geht jedoch auch mit höheren Zinsen einher, mit deren Hilfe Sparer der Nullzinspolitik begegnen können. Vor einer Geldanlage gilt es natürlich abzuwägen, ob Risiko und Rendite in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Anleger sollten sich die Frage stellen, ob die veranschlagten Kosten realistisch bemessen und sich das Objekt gewinnbringend verkaufen lässt. Daneben sollten auch die Erfahrung der Projektentwickler sowie die Lage der Immobilie genau geprüft werden. Rendity bietet für die grobe Klassifizierung der Immobilien-Projekte das Rendity-Rating an.

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